Gemeindefreizeit in Venedig 25.-31. Mai 2015

"Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist ein bissl anders."
(Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch)

Friedrich Nietzsche hat in der Serenissima seinen Zarathustra vollendet, auf dem Markusplatz Militärmusik gehört und Kalbsbraten in Zitronensauce gegessen. Ernest Hemingway verbrachte bei Cipirani auf Torcello selige Tage mit seiner jungen Geliebten („Dann betrat sie den Raum, strahlend in ihrer Jugend und weitausschreitenden Schönheit“), Lord Byron schwamm durch den Canal Grande. Thomas Mann inspirierte das Grand Hotel des Bains auf dem Lido zu seiner Erzählung „Tod in Venedig“.  Und natürlich Goethe und Wagner und George Sand und Donna Leon und ungezählte mehr erwiesen Venedig, der Schaumgeborenen, der schönen Moribunden ihre Referenz – und nun auch wir.


Wir werden mit Air Berlin von Stuttgart nach Venedig (Marco Polo) fliegen (Montag, 25.05.15, 11:20h Abflug ab Stuttgart; Sonntag 31.05.15, 14:15h Ankunft in Stuttgart) im Stadtteil (Sestiere = Sechstel) Cannaregio in der Casa Cardinal Piazza, dem Gästehaus des Patriarchen von Venedig, logieren, über Rialto-Brücke und –Markt spazieren, Bellini und Tizian in der Frari-Kirche und Tintoretto in der Scuola Grande di San Rocco bewundern (mit kundiger Erschließung durch die Studentin der Kunstgeschichte Kristina Kraemer), über die Lagune nach Torcello zur älteste Kirche mit ihrem wandfüllenden Fresko vom Weltgericht fahren, am Lido baden, nach San Marco in die Abendmesse gehen und zum Granseola-Essen nach Chioggia fahren. Das Bibelgespräch wird über ausgewählte Paulustexte im Vergleich mit Passagen aus den Lehrgesprächen (Διατρίβαι) und deren Zusammenfassung, dem Handbüchlein (Ενχειρίδιον), des stoischen Philosophen Epiktets (ca. 50-138 n. Chr.)gehen. Die frühe Kirche war von der Nähe Epiktets zum christlichen Glauben so überzeugt, dass Origenes ihn für einen Christen hielt, und sein „Handbüchlein der Moral“ christlich überarbeitet und zur Lektüre in den Klöstern empfohlen wurde.


Wie immer bei mir ist alles freiwillig. Aber leider nicht gratis.


Die Reise kostet pro Person:
Euro 845,- bei Unterbringung im Einzelzimmer
Euro 770,- bei Unterbringung im Doppelzimmer,
Euro 745,- bei Unterbringung im Dreibettzimmer
Euro 710,- bei Unterbringung im Vierbettzimmer.

Im Reisepreis enthalten sind: Hin- und Rückflug ab Stuttgart; Transfer mit dem Wassertaxi vom Flughafen Marco Polo nach Cannaregio (und zurück);  Unterkunft mit Halbpension in der Casa Cardinal Piazza; geführter Stadtspaziergang durchs Zentrum Venedigs; Wochenticket für den öffentlichen Nahverkehr (vaporetti); Tourismusabgabe; ganztägiger Ausflug mit eigenem Schiff zu den Inseln im nördlichen Teil der Lagune (San Michele, Murano, Burano, Torcello); Leseheft zur Reise; Reiseleitung, Bibelgespräch sowie Laudes & Komplet (Morgen- & Nachtgebet) mit Pfarrer Markus Lautenschlager.  Nicht enthalten sind die Eintrittspreise in den Dogenpalast, die Frari-Kirche, Santa Maria Assunta auf Torcello und die Scuola Grande di San Rocco sowie das Fisch-Menü in Chioggia.

Zum Anmeldeformular geht es hier. Es gibt maximal 30 Plätze. Ich werde mich bei allen, die sich schriftlich anmelden, kurz melden. Bei Überbuchung erfolgt auf Wunsch die Aufnahme auf die Warteliste.

Mehr Bilder von Venedig gibt es hier.

Und aus der unübersehbaren Fülle der Bücher zu Venedig hier noch meine drei persönlichen Favoriten und zwei literarische Klassiker:

1) Tiziano Scarpa, Venedig ist ein Fisch, Wagenbach-Verlag 2002, 112 Seiten, € 9,90. Venedig ist ein Fisch, genauer eine Seezunge. Das beweist schon ein flüchtiger Blick auf die Landkarte. Der Venezianer Scarpa nimmt den Leser mit auf einen Spaziergang durch diesen Wunderfisch, der zu einer Erkundung mit allen Sinnen bzw. Körperteilen wird: Füße, Beine, Herz, Gesicht, Ohren, Mund, Nase und Augen.

2) Hanns-Josef Ortheil, Venedig. Eine Verführung, Insel-Verlag, 3. Aufl. 2012, 158 Seiten, € 7,99. Ein ganzer Tag in Venedig vom frühen Morgen bis Mitternacht auf der (erfolgreichen) Suche nach kulinarischen Höhepunkten.

3) Carlo Fruttero / Franco Lucentini, Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz, Piper-Verlag, 20. Auflage 2010, 320 Seiten, € 9,99 (gibt’s auch als Hörbuch). Eine famose Variation der Ahasver-Legende vom ewigen Juden: David Ashver Silvera als Fremdenführer mit einer multinationalen Touristengruppe in Venedig und einer so schönen wie hoffnungslosen Liebesgeschichte.

4) Thomas Mann, Der Tod in Venedig, z.B. als Fischer-Taschenbuch für € 6,95.

5) Louis Begley, Mistlers Abschied, Suhrkamp-Verlag, Deutsche Erstausgabe 1998 (Amerikanisch: Mistler’s Exit), 284 Seiten, € 9,99. Eine moderne Variante zu Thomas Manns Tod in Venedig (nur dass Gustav Aschenbach an der Cholera, Thomas Mistler an Krebs stirbt, der deutsche Gelehrte sich in den polnischen Jüngling Tadzio verliebt und der amerikanische Werbefachmann in einen amour fou mit seiner Jugendliebe flüchtet).

6) Und schließlich gibt es das Handbüchlein Epiktets für € 4,00 als Reclam-Taschenbuch (sogar zweisprachig griechisch-deutsch). Und die Paulusbriefe in jedem Neuen Testament …

In Vorfreude auf die gemeinsame Woche grüßt Sie herzlich

Ihr Markus Lautenschlager