Ausflug der Kirchenöffner nach Hemmingen

Wie im Vorjahr nach Nürnberg so führte auch heuer der Ausflug der Kirchenöffner an unserer Nürtinger Stadtkirche zu einer Laurentiuskirche. Am Sonntag, den 6. Juni 2010 machte sich die Gruppe aus zwölf Personen auf nach Hemmingen. Bereits die Anfahrt war ab Korntal ein Erlebnis, fuhr doch an diesem Tag mit dem „Feurigen Elias“ (www.feueriger-elias.de) eine veritable Dampflok auf der Trasse der Strohgäubahn. Gewaltig der Appetit eines solchen Stahlkolosses: 26 Kubikmeter fasst der Tender, davon ca. 1/3 Kohle (also etwa 8 Tonnen) und 2/3 Wasser.

In der Hemminger Laurentiuskirche (http://ev-kirche-hemmingen.de/) feierten wir Gottesdienst mit Pfarrerin Stefanie Luz, für uns eine gute Bekannte, war sie doch bis vor einem Jahr noch Pfarrerin zur Dienstaushilfe beim Dekan in Nürtingen.
Eindrücklich war der Abendmahlsgottesdienst zum Thema „Sehbehinderungen“. Medizinische Informationen, ein bewegendes Glaubenszeugnis eines jungen Mannes mit nur noch 8% Restsehvermögen sowie die Predigt von Frau Luz zur Heilung eines Blinden durch Jesus (Markus 8, 22-26) bildeten ein gelungenes Ganzes.

Danach führte uns Familie Luz zu „El Greco“ (www.el-greco-hemmingen.de), einem Lokal mit griechischer Küche. Anschließend führte uns Herr Geyer so kundig wie begeistert durch „seine“ Laurentiuskirche. Wie bei der Nürtinger Stadtkirche verdankt sich das Patrozinium dem Sieg Ottos über die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld am Laurentiustag, dem 10. August 955 nach Christus. Bereits aus dem 12. Jahrhundert stammt der mächtige Wehrturm mit seinen meterdicken Mauern. Beginnend mit dem gotischen Chor (um 1350) wurde die Kirche in den folgenden Jahrhunderten immer mehr erweitert und verbreitert. Innen wird der Blick gefesselt von den vorreformatorischen Fresken im Chorraum (u. a. die Entschlafung und Krönung Mariens), zwei Holzskulpturen (St. Georg und St. Laurentius, erkenntlich am Rost), der Ausmalung des Chorgewölbes aus der Renaissancezeit mit Rankenwerk, den Epitaphen des örtlichen Adelsgeschlechtes der Barone von Nippenburg sowie durch den barocken Orgelprospekt.

Nicht fehlen durfte natürlich auch ein Gang durch den historischen Schlosspark mit seinen Mammutbäumen, der für das denkmalgeschützte Ensemble von Kirche, Pfarrhaus (heute: Gemeindehaus), Altem Schulhaus (heute: Pfarramt Süd) und Schloss (heute: Rathaus) den würdigen Rahmen bildet.

Nach einer Stärkung im Eiscafé Pavione ging es dann – mit halbstündiger Verspätung – mit dem „Feurigen Elias“ wieder zurück nach Korntal und von dort mit S-Bahn und Regionalexpress nach Nürtingen.