Liturgisches Mittagsgebet

Wenn die Mittagsglocke um 12 Uhr vom Turm der Stadtkirche läutet, soll sie zu einem gemeinsamen liturgischen Mittagsgebet  einladen, immer freitags zur Mittagszeit im Chor der Stadtkirche.

Das Tagzeitenläuten der Kirchenglocken, traditionell morgens und abends um 6 Uhr, sowie  mittags um 12 Uhr (vielerorts auch noch nachmittags um 15 Uhr), hatte ja schon immer die Aufgabe, zum Innehalten und zum Gebet einzuladen. So soll dieses Mittagsgebet eine Viertelstunde  Auszeit bieten: eine Unterbrechung des Tageslaufes in seiner Mitte, um zur inneren Ruhe zu finden und sich Zeit zu nehmen für ein Gebet. Die evangelische Stadtkirchengemeinde möchte damit bewusst an die alte klösterliche Tradition der Tagzeitengebete anzuknüpfen, die auch im evangelischen Bereich niemals ganz ausgestorben ist, und sie auch für moderne Passanten zugänglich machen.

Die vorgesehene liturgische Gestaltung nimmt diese alte kirchliche Tradition des Stundengebetes in vereinfachter und modernisierter Form auf: Aufruf zum Gebet und Wechselgesang, auch der Psalm im Wechsel gesungen; dazu Lesung, Stille, ergänzt durch ein Tageslied aus dem Gesangbuch; Gebet, Friedensbitte und Segen schließen das Mittagsgebet ab.